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Battue
Album: New World Disorder

holopain am 21 Jan 2010


Artist: Battue

Album: New World Disorder

Spiellänge: 57:94 Min

Genre: Thrash/Death Metal

Release: 2008

Label: unsigned

Link: http://www.myspace.com/battue

Tracklist:

  1. Prologue To An End
  2. N.W.D.
  3. Mistakes Of The Past
  4. Countenance Of God
  5. Embody The Enemy
  6. Whispering Voices
  7. And The World Bursts Into Flames
  8. Condemned To Exist
  9. Longing For Blood
  10. Apocalypse
  11. Corpses In Paradise




Battue heißt die Band, die schon seit etwas längerer Zeit mit ihrem 2008er Silberling und gleichzeitig Erstling New World Disorder auf meinem Rechner herumliegt. Aus Aurich kommen die Jungs, und was gibts dort anderes als die Jever Brauerei, Dieter Bohlens Großeltern und die schöne Weite? Richtig, nichts, so liegt es auf der Hand sich dem Metal zuzuwenden. Angefangen hat alles 2004, da fanden sich drei gelangweilte Schüler, zogen den Finger aus dem Poppes und fingen an, sich gegenseitig an die Kehle zu gehen. Rausgekommen ist dabei besagte Band Battue, was soviel wie Treibjagd bedeutet (richtig, wieder was gelernt).

Der erste Introtrack Prologue To An End erinnert mich aufgrund der eingestreuten Radiointerferenzen an apokalyptische Endzeitgames der Marke Fallout und dergleichen. Die Gitarre setzt kurz darauf zu schwerem Riffgedonner an, gleichzetig donnert ein prächtiger Helikopter in meinem Kopfkino über eine verseuchte Landschaft aus grün strahlendem Morast. Die Vocals im zweiten Song N.W.D. fallen sehr angenehm auf, man bewegt sich hier auf direkter Linie von Chuck Schuldiner, der ebenfalls bellendes Gekreische und tiefe Growls beherrschte. Battue spielen zwar keinen Death Metal, können aber mit scharfem Thrash durchaus die ein oder andere Gesäßtasche zum Brennen bringen. Mistakes Of The Past besticht mit abwechslungsreichen Strukturen im Songwriting und wunderbarem Geballer, jedoch gibts einen kleinen Punktabzug für die grausam blechern klingenden Drums. Ok, die Band hat wahrscheinlich wenige Kohle und kann sich keine astreine Produktion leisten, jedoch gehört der Soundmann für diese Blechtrommel gesteinigt. Countenance Of God ist eine eher durchschnittliche Nummer und gehört nicht zu den stärksten des Album, mehr als ein töftes Auf und Ab - Riffing plus langatmiges Gezocke macht noch lange keinen guten Song. Entspannter geht man an Embody The Enemy heran und lässt dem Song Zeit zur Entwicklung, denn erst nach knapp einer Minute schreit sich Sänger sämtliche Essensreste der letzten Woche aus dem Pansen, guter Song, schnell nach vorne peitschend und mein bisheriger Favorit, ganz klar. Schön finde ich auch, dass der Song gen Ende nochmal ein führendes Gitarrensolo aufweist, welches mir den Song umso lieber macht. Belanglos hingegen die Nummer Whispering Voices, welche mich tierisch langweilt und auf die Skip Taste schielen lässt. Gesagt, getan und zum Titel And The World Bursts Into Flames, welcher knapp 8 Minuten geht und sich als lupenreiner Banger mit viel Fett, leichter Progression und großartigem Spannungsbogen entpuppt, zu Beginn langsames Kopfnicken, dann bläst die Meute zur Attacke und man vernimmt einen Song mit viel Herzblut, (klarer Höhepunkt des Albums) der nur rauchende Asche im Winde hinterlässt. Condemned To Exist hingegen ist ein etwas gedämpfterer Song, mit dem man sich erneut nicht über den guten Durchschnitt erheben kann. Als sehr störend empfindet man hier langatmiges Geschrubbel, welches einfach nicht zum Punkt kommt. Kriegerisch geht man mit Longing For Blood zu Werke und ist vom Riffing her Amon Amarths kleiner Cousin, zumindest hat man den für die Band typischen "Schwung" in seine Kunst gestrickt und weiß, damit zu bestechen. Apocalypse wartet anfangs mit einer von leise nach laut Dynamik auf, verpackt in knackige Riffs. Doof nur, dass zwischen diesem gemäßigten Anfang und dem Geholze ein versauter Übergang steht, der den Enthusiasmus völlig bremst. So was mag ich gar nicht und lässt mich angesichts dieses Patzers enttäuscht seufzen. Schwamm drüber denk ich mir, der Song wird bestimmt noch brutzlig, doch leider gefehlt, ständig bremsende Übergänge lassen den Track etwas zerstückelt wirken, eben wie nach der Apokalypse. Coolster Songtitel in diesem bisher noch kurzen Jahr ist Corpses In Paradise, der erneut mit starrköpfigem Amon feeling daherkommt. Ich zücke schon mal mein Methorn und stoße auf Battue an, denn einen mörderischen Groove, der sich zu ner schnuckeligen Thrashbombe mausert, fahren die Friesen hier auf.



Fazit:
Eines vorweg, das Album braucht Zeit zur Entwicklung, man muss sich in die feinen Nuancen des Albums hinein hören, dann gefallen Bomben wie N.W.D, der Übersong And The World Bursts Into Flames oder Corpses in Paradise umso mehr. Beachtenswert ist es ebenfalls, dass dies das Debut der Band ist, da ist noch viel Potential nach oben. Als etwas störend finde ich hingegen den scheppernden Drumsound und einige, teilweise schwächere Songs, die aber zu Beginn einer Metalkarriere voll verkraftbar sind, schließlich hat man noch Zeit zur vollen Entfaltung. Ich seh gerade, dass meine Sendung gleich beginnt, da geb ich doch Battue mal direkt ein bissen Airplay.


Anspieltipps: N.W.D., Embody The Enemy, And The World Bursts Into Flames, Longing For Blood, Corpses In Paradise



Bewertung: 3,5 von 6 Punkten

  
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