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Queens Of Metal 2009

Mayrene am 20 Sep 2009




Wochenlang haben wir (Abt von Sinth, Mayrene und Sani, der erst aus privaten Gründen am Samstag anreiste) uns auf das QUEENS OF METAL gefreut, endlich war es soweit. Zusammen machten wir uns auf den Weg in das malerische Kleinwenkheim bei Münnerstadt in Franken. Was auf uns zu kommen würde wussten wir schon vom letzten Jahr: Drei Tage Party, nette Menschen, geile Musik und eine familiäre Stimmung.
Kurz nach 16 Uhr kamen wir am Donnerstag Nachmittag an und wurden schon direkt bei der Einfahrt auf dem Campground von der ersten umgesetzten Kritik vom letzten Jahr überrascht. Kartenkontrolle! War letztes Jahr ein großer Kritikpunkt aufgrund vieler Wildcamper, dieses Jahr gibt es daran natürlich nichts mehr zu meckern. Nachdem wir fix ausgeladen hatten und das Auto ein wenig weiter weg abgestellt hatten (Parken und Campen ist beim QUEENS OF METAL getrennt, aber auch kein weiter großes Problem), wurden wir von lieben Menschen aus dem letzten Jahr begrüßt. Kurze Zeit später ging es dann auch schon hoch aufs Gelände. Kleine Veränderungen konnte ich feststellen, aber auch nur zum Positiven. Logistisch alles sauber durchdacht smile Zu unserer aller Schande müssen wir gestehen, dass wir den Donnerstag Abend in Gesellschaft der anderen - schon lange nicht mehr gesehenen - Personen auf dem Campground verbrachten, anstatt Partyzelt mit DJ HOTTE und SKELETON zu feiern. Dafür haben wir aber Freitag und Samstag fast komplett für euch vor der Bühne verbracht. Lest selbst:





Einer der ersten Auftritte am Freitag auf dem QUEENS OF METAL war die deutsche Death-Grind-Band GRIND INC. (www.myspace.com/grindinc666). Trotz der frühen Uhrzeit herrschte schon bestes Festivalwetter, die Sonne schien, aber man ist nicht direkt zum Grillhähnchen mutiert. Leider waren wohl die Besucher von der Feier am Abend zuvor noch viel zu müde um sich das Gebolze "Made in Krefeld" anzuhören. Schade, da dem geneigten Deathmetal- und/oder Grindcorehörer hier sehr gute Kost geboten wurde. Persönlich habe ich GRIND INC. zum ersten Mal live gesehen, war aber beeindruckt über ihre Leistungen auf der Bühne. Die zahlreichen guten Rezensionen zum Thema Grind Inc. haben sich bestätigt.



Im Anschluss fanden sich THE FIRSTBORN (www.myspace.com/unclenchedfists) aus Portugal auf der Bühne ein. Der Fronter ist auch gleichzeitig der Bühnenmanager des QUEENS OF METAL. Als bekennende Buddhisten behandeln viele ihrer Songs eben dieses Thema. Stilistisch sind THE FIRSTBORN sehr schwierig einzuordnen. Es klingt ein wenig Blackmetal ist aber sehr experimentell und keine Idee wird ausgelassen um die Musik abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Die Songs sind allesamt sehr spezielle Kompositionen, man merkte schnell beim Auftritt, dass es dadurch sehr schwer ist einen eingeschworenen Fankreis zu bilden.
Leider wurde der Auftritt von herben Soundproblemen seitens der Technik begleitet, sodass leider fast gar kein guter Ton mehr zu Stande kam. Zum Glück ergab sich aber am nächsten Tag für TTHE FIRSTBORN noch einmal die Möglichkeit mit gutem Sound aufzutreten. Alles in allem - mal von der Technik jetzt abgesehen - sollte man sich das einmal angehört haben, aber wie gesagt es ist eine absolute Geschmacksfrage ob einem die Experimentierfreudigkeit der Band gefällt oder eben nicht.



„Hallo Leute“, „Hallo ihr Pussies!“, so haben sich ORDEN OGAN (www.myspace.com/ordenogan) von ihren Fans begrüßen lassen. Sie selbst bezeichnen sich als die größten Pussies in jedem Billing, was ich sehr interessant und erfrischend finde, denn es macht Spass mal eine Melodic-Metal-Band zu hören, welche sich nicht als „Epic-True“ bezeichnet. Diese augenzwinkernde Selbsterkenntnis kam auch beim Publikum an diesem Nachmittag sehr gut an und sorgte für Schmunzler unter der - mittlerweile etwas gewachsenen - Menge an Metallern. Leicht kristallisierte sich auch eine Fangruppierung heraus die kräftig mitgröhlte und damit auch leicht die anderen mitriss, so auch mich, obwohl ich mich eher im Hintergrund aufhielt.
Mich erinnern ORDEN OGAN an Blind Guardian und auch ein wenig an Edguy, mag wohl an den Powermetal-Einflüssen liegen die man stark spürt. Für mich war es sehr spannend unverbrauchte Musik aus dem Genre zu hören, da macht es Spass mal etwas neues von einer sehr kompetenten Band zu hören die den sehr bekannten Leuten aus den melodischen Genres in nichts nachsteht. Obwohl der Tag noch sehr jung war gab es nach dem letzten Song „Lost Reality“ schon heftige Zugaberufe, was wohl meine durchweg postive Erfahrung bei der Show durchaus bestätigte.



Nach ORDEN OGAN enterten die True-Metaller von SACRED STEEL (www.myspace.com/truesacredsteel) die Bühne. In dieser Beziehung zeigte das QUEENS OF METAL wie man jeden Metaller glücklich machen kann: zunächst etwas Deathgrind zum Aufstehen und dann ist man mittlerweile bei Truemetal gelandet, so muss das sein.
SACRED STEEL unterstrichen auf ihre Art und Weise die Bedeutsamkeit des Festivals, indem sie bei dieser Show ihre Live-DVD aufnahmen. Finde ich eine super Sache, denn mir gefallen die kleinen, sehr Fan-bezogenen Auftritte auch am Besten. Naja ein richtig kleiner Auftritt war es dann doch nicht mehr, denn mittlerweile hatte sich eine richtig beträchtlich Menge zusammengerottet. Genügend Leute, gutes Wetter, perfekte Bedingungen für eine Live-Aufnahme.
Der SACRED STEEL-Fan sollte sich den Kauf der DVD nicht lange überlegen, denn die Entscheidung die Scheibe auf dem QUEENS OF METAL aufzunehmen war lediglich genial. Zu Hören gab es ganz neues Material wie zum Beispiel „Carnage Victory“ aus dem gleichnamigen neuen Album der Band welches im Oktober erscheint. Aber auch Fanfavourites wie „Hammer of Destruction“ aus ihrem letzten Album.
Letztendlich rundete der von Deathmetal-Elementen angehauchte Titel „Slaughter Prophecy“ mit einem kleinen Moshpit die gelungene DVD-Aufnahme ab.



Als die Bühne für POWERWOLF (www.myspace.com/powerwolfmetal) hergerichtet wurde dachten sich wohl viele „Was geht denn hier ab?“. POWERWOLF zieren ihr Bühnenbild durch sakrale Fensterbilder, so gibt es dort beispielsweise zu sehen wie Maria das Jesuskind hält.Die Band bezeichnen sich selbst als eine christliche Metalband, wem das jetzt sauer aufstoßen mag der kann aber entweder keinen Powermetal ausstehen oder hat POWERWOLF noch nie gehört, geschweige denn Live gesehen.
Was die Rumänen da auf der Bühne zaubern ist nämlich schon richtig geil. Man kann halt auch guten Metal fabrizieren ohne Pentagramme auf dem Hintern tätowiert zu haben, zumindest beweisen sie das sehr eindrucksvoll. Abgesehen von ihrer ideologischen Einstellung (wie ernst die auch immer gemeint sein mag) sind POWERWOLF für mich im Powermetal-Genre nur schwer zu vergleichen. Sie ziehen eine sehr eigene Show auf, was definitiv zu den Stärken der Band gehört.



POWERWOLF stellten vor dieser Kulisse ihr neues Album „Bible of the Beast“ mit dem Titel „Raise your fist, evangelist“ vor, welches auf Platz 76 der deutschen Albumcharts gelandet ist. Es ist die erste Chartplatzierung für die Jungs, was sie sehr beeindruckt hat.Ein weiterer gespielter Titel aus eben diesem Album war „Resurrection by erection“, hier wird der bibeltreue Christ mit einer Kombination aus Auferstehung und Erotik konfrontiert und das ganze in einer ansprechenden Metalverpackung, wohl eine gänzlich neue Erfahrung für den Latein-sprechenden Kleinstaat im Herzen Roms. Allerdings gabs auch altbekanntes wie „Saturday Satan“ für den eingeschworenen Metal-Messdiener zu hören.
In diesem Sinne „Vielen Dankeschön!“ für eine geile Powermetal-Party, der POWERWOLF-Fan weiß was ich damit meine.








SAMSTAG


Zu völlig unmetallischer Zeit begann also der Samstag des QUEENS OF METAL mit dem ersten Auftritt um kurz nach zehn Uhr, also praktisch zu nachtschlafender Zeit. Auf dem Bühnengelände saßen und lagen mehr oder minder verkaterte Gestalten, die kaffeetrinkend und frühstückkauend dem ersten Auftritt folgten. Das Wetter war auch recht erträglich mit gefühlten 20°C, Sonnenschein und einem angenehmen Wind.

PATH OF DEVASTATION (www.myspace.com/pathofdevastation), eine ortsansässige Band, sorgten also für die musikalische Untermalung zum Frühstück für die einen, für die anderen aber schon zum Pogen. Letztere könnte man einfacherweise unter dem Begriff Core-Kiddies zusammenfassen. Kaum 18, aber immer schön mit dem Ellenbogen zuerst in den Pit stürmen. PATH OF DEVASTATION könnten noch ein wenig musikalische Entwicklung gebrauchen. Die Beherrschung der Instrumente war in Ordnung, jedoch war weder genügend Individualität in der Musik, noch genügend Abwechslung im Songwriting. Nebenbei beschwerte sich der Sänger viel zu lange über die zu kurze Spielzeit, was dieser natürlich auch nicht zu Gute kam.



Im Anschluss gaben SCHARBOCK (www.myspace.com/scharbock) aus Baden-Würtemberg einem immernoch kleinen Publikum ein wenig Hardcore zum Besten. Musikalisch gesehen war auch dieser Auftritt kein Highlight. Einzig hervorstechend war das Outfit von Sänger und Gitarrist. Beide waren in weiße Unterhemden, kurzen Hosen, Kniestrümpfen und Sneakers auf der Bühne. Nunja, mit den ganzen rosa Shirts, Röckchen (auch an so manchem Männlein) und Halstüchern im Publikum will ich mich ja nicht unbedingt über geschmacklose Kleidung auslassen. Vielleicht gehört das aber auch zu den Standardoutfits im Hardcore. Mein Fall ist es so oder so aber einfach nicht.



Ein musikalischer Aufwärtstrend kam dann erst durch DAVIDIAN (www.davidian.de) aus Stuttgart auf. Mit ihrer musikalischen Mischung aus Thrash und Hardcore konnten aber auch sie die breite Masse des Publikums nicht überzeugen. Leider versuchten sie sich aber an einem Machine Head Song: "Davidian". Die Auftritt war soweit okay, nur das Cover hat es ziemlich versaut.



Nach einem kurzen Schauer legten dann DRAGONSFIRE (www.dragonsfire.de) aus dem Rhein/Main Gebiet. Stilecht natürlich nur mit dem Kasten Äbbelwoi auf der Bühne. DRAGONSFIRE präsentierten einen guten Heavy Metal mit einem Oldschool-Touch.
Die steigende Temperatur förderte aber kaum die Stimmung des Publikums, welches sich - bis auf einen harten Kern vor der Bühne - auf Bänken sitzend beschallen ließ. Die sitzenden Zuschauer wurden auch prompt aufgefordert sich doch zumindest mit den Bänken näher an die Bühne zu bewegen, wenn sie schon nicht aufstehen wollten. Das blieb leider jedoch ohne Erfolg. Erst für ein Bild für die Bandgalerie, zu dem alle Zuschauer die Hände erheben sollten, reagierte auch die sitzende Masse. Mit einem "Gott schütze euch im Alter" bedankte sich der Fronter beim lethargischen Publikum. Die Kuriösität hierbei war jedoch eine gigantische Pommesgabel, die während des gesamten Auftritts vor dem Drummrigg aufgebaut war.



Es dauerte nun auch nicht mehr lange bis es wieder zu regnen anfing. Bis zum späten Nachmittag sollte das Wetter auch äußerst wechselhaft bleiben, was zu unangenehm schwüler Hitze führen sollte.
Als Ersatz für Contradiction, die recht kurzfristig ausfielen, sprangen THE FIRSTBORN ein. Nicht so wie am Vortag konnten sie dieses Mal auf die komplette Power Amplifiing bauen. Daher kam die Vielfältigkeit ihrer Musik erst richtig zum Tragen.



Da auch Ultrawurscht ausgefallen waren, sprangen CYPECORE (www.myspace.com/cypecore) über Nacht ein. Ohne langes Vorreden ging es auch gleich los. Die Ansagen der Songs wurden, um dem Zeitmangel entgegen zu wirken, einfach in das Intro des jeweiligen Liedes verlegt. Doch auch hier blieb das Publikum unbewegt, was ich jedoch nun eher der Hitze zuschreiben würde. Dennoch füllte sich der Zuschauerraum langsam. Wenn das Publikum schon schwitzte, half bei der Band nur noch der Schluck Wasser über die überhitzende Schädeldecke.



Als Nachwuchs für die Anhänger des härteren Geschmacks stellten sich HACKNEYED (www.hackneyed.de) heraus. Sie präsentierten einen Death Metal mit Deathcore Einflüssen. Ich war sehr überrascht, ein Band mit einem so jungen Altersdurchschnitt auf doch vergleichbar gutem musikalischem Level zu erleben. Die Jungs, alle zwischen 16 und 18, schienen manchmal noch ein wenig verloren auf der Bühne. Der Eindruck legte sich aber sofort wieder, wenn es zum nächsten Lied übergingen. Der Sänger verfügte über ein extremes Stimmspektrum, von tiefen Growls über extreme Screams bis hin zu Inhales, was man ja kaum sieht. Er hingegen wechselte die Stimmlagen so schnell und so reibungsfrei. Es schien fast trivial zu sein. Mit abwechslungsreichen Songs und facettenreichen Soli lockten HACKNEYED immer mehr Menschen vor die Bühne. Mehr als ein paar Mal Pommesgabel und Klatschen war aber auch hier kaum zu holen.
Zu dem Zeitpunkt war ich doch froh, dass der Bühnengraben im Schatten der Bühne lag, was für mich die Hitze des Tages ein wenig angenehmer machte. Das Publikum hatte nicht das Glück.



Mit dem Hexenhammer im Gepäck betraten WITCHBURNER (www.myspace.com/witchburner) die Bühne. Unter dem Schutz einer geschlossenen Wolkendecke kühlte die Luft merklich ab, auch wenn die Abkühlung nur von kurzer Dauer sein solte. So konnten wenigstens ein paar Hartgesottene zum gitarrenlastigen Thrash die Haare fliegen lassen. Mit Patronengurt behängt interagierte Fronter Andy ausgezeichnet mit dem Publikum, jedoch war das Gesichtskino des Drummers das Highlight. Sein Vorbild schien Tier aus der Muppet Show zu sein. Mit fliegenden Haaren und Armen bearbeitete er die Felle ohne ein Anzeichen von Erbarmen.



ENEMY OF THE SUN ( www.myspace.com/enemyofthesunband) mussten dann wieder in der Sonne spielen. Welche Ironie. Dennoch forderte der Fronter die Menge vor der Bühne zum exzessivem Alkoholkonsum auf, selbst griff er lieber zur Wasserflasche. Musikalisch war der Auftritt nicht besonders ausgefallen. Ab und an stampfte der Fronter gleich einem bewegungslegasthenischen Gorilla über die Bühne, blieb jedoch meistens eher an einer Stelle stehen. Bis auf die Bassistin waren alle recht positionsgebunden, teilweise schienen sie sogar völlig demotiviert zu sein.



Temperaturen um die 30°C, immer voller werdender Bühnenvorraum, infernalische Klänge dröhnten aus den Boxen. Der Auftritt von CATARACT (www.myspace.com/cataract) began. Die Jungs mit dem südländischen Flair aus Zürich schienen sich jedoch nicht an der Hitze zu stören. Mit vorbildlicher Leidenschaft und regem Laufen auf der Bühne mischten sie den teilweise trägen Nachmittag auf. Immer wieder versuchte Fedi, der Fronter, die Menge ein wenig in Bewegung zu bringen, anfangs jedoch mit mäßigem Erfolg. Erst als er alle Anwesenden an der Metallerehre kitzelte, reagierten nun zum ersten Mal fast die komplette Masse: "Sind wir etwa Rapper?" Die Menge verneinte geschlossen. "Dann schüttelt eure scheiß Matte."] So wohl von der Performance als auch musikalisch war der Auftritt von Cataract ausgezeichnete. Wer sie bislang noch nicht gesehen hat, sollte dies auf jeden Fall nachholen.



Zu DREAM EVIL (www.dreamevil.se) lichteten sich nun die Reihen wieder. Zurück blieben nur ein paar Reihen vor dem Wellenbrecher. Offensichtlich sprachen DREAM EVIL einfach nicht den allgemeinen Geschmack auf dem Festival an, denn der Auftritt war einwandfrei. In alter Manier mit einem schlüssigen Gesamtkonzept und einem schönen Querschnitt über die Diskographie brachten sie die wenigen Treuen zum Rasen. Auch wenn es nicht Jedermanns Sache war, ich fand den Auftritt mehr als gut.



Aber nun zu meinem persönlichen Favoriten des Abends. Nach einem sanften Intro stürmten die betagten Beer Metaller von TANKARD (www.myspace.com/tankardfrankfurt) auf die Bühne. Doch trotz all den Jahren auf der Bühne können sich manche eine dicke Scheibe von TANKARD abschneiden, was Performance und Anheizen des Publikums angeht. Man sollte jedoch zwei Grundregeln befolgen:
1. Sei nicht nüchtern.
2. Ekel dich nicht vor dem Bauch ;-)




Kaum fingen TANKARD mit dem ersten Lied an, ging ein Ruck durch die Menge. Als hätten sich die Zuschauer die Kräfte für diesen Moment aufgespart, gingen sie vom ersten bis zum letzten Riff mit. Nach diversen Aufrufen zum Ausziehen antwortete Gerre der Menge: "Ich weiß, die Story wird mir ewig nachhängen. Ich hab vor 30 Jahren mal einen Porno gedreht. Der wurde auch noch abgebrochen, weil ich so scheiße war. Daraufhin habe ich mit dem Thrash Metal angefangen. Und das hat doch ganz gut geklappt, oder?" Es herrschte allgemeine Zustimmung. Wie nicht anders gewohnt bin, lieferten TANKARD wiedermal einen gelungenen Auftritt ab.
Nebenbei wurde vor der Bühne ein Interview mit CATARACT gedreht. Sie sollten vor der Kamera anhand des Auftritts von TANKARD Begriffe zum Thema Metal, Performance und Interaktion erklären. Dies soll in „Schwermetall, der Film“ auftauchen. Ich habe zwar nur einen kleinen Teil der Antworten mitbekommen, aber was ich hörte war mehr als lustig.

Kurz nach dem Auftritt von TANKARD wurde durchgesagt, dass es nun kurzfristig noch eine Änderung im Programm geben sollte.
MISERY INDEXx waren bis kurz vor der geplanten Auftrittszeit nicht vor Ort gewesen. Sie hatten sich auch nicht telefonisch gemeldet. Nun wurden also JON OLIVIA'S PAIN (www.myspace.com/jonoliva) vorgezogen. Im Vorfeld hörte man hier und da Mutmaßungen, ob nun Jon Olivia einen guten Tag habe. Er hatte wohl in der Vergangenheit den einen oder anderen Gig in den Sand gesetzt. Diese Befürchtungen sollten sich aber als unbegründet rausstellen. Der Soundcheck wurde leider viel zu sehr in die Länge gezogen. Aber, je bekannter die Band, um so penibler der Soundcheck.



Schwarzlicht durchtränkter Nebel und ein dröhnend lautes Intro verwandelten die Bühne in eine epische Kulisse. Leider war das Intro doch ein wenig zu laut und brachte die Lautsprecher zum Klirren. Jon Olivia schien in guter Form zu sein, denn kaum war er auf der Bühne, fing er schon mit den bekannten Grimassen an. Auch wenn sich seine Stimme ein wenig von der Tonlage her verändert hat, so war sie immer noch genauso energiegeladen wie vor 20 Jahren.
Ach sein Durst scheint unverändert stark zu sein. Noch bevor die Hälfte des Auftritts vorbei war, stürzte er drei Kaffeebecher voller Schnaps mit unbekannter Füllmenge. Die ersten vier Lieder des Auftritts waren Lieder der Band JON OLIVIA'S PAIN, die restlichen Songs waren aber im Prinzip "the very best of SAVATAGE". Auf der einen Seite fand ich das ein wenig schade, da ich gerne mehr Lieder von JON OLIVIA'S PAIN gehört hätte, auf der anderen Seite konnte das Publikum alle folgenden Lieder mitsingen.
Der Auftritt zeichnete sich durch außergewöhnlich gute Beherrschung der Instrumente, die fabelhafte Stimme Jon Olivias und die bekannt ausgewogenen Melodien aus. Das Einzige, was mir den Auftritt ein wenig getrübt hat, waren wieder die Core-Kiddies. Ich weiß, ich wiederhole mich, aber mir geht es auf die Nerven. Direkt neben mir - inmitten einer dichten Menge - fing ein Einzelner mit seinem seltsamen Hardcore-Gefuchtel an. Kurz darauf schloss er sich mit vier anderen Core-Kiddies zu einem Akkord-Crowdsurfing zusammen. Wenigstens musste ich nicht mehr aufpassen, dass er mir gleich eine Faust ins Gesicht rammt.
Naja, abgesehen von den Core-Kiddies war der Auftritt überirdisch. Es war den überzogenen Soundcheck wert. Es wäre der perfekte Ausklang für das Festival geworden, so wie es ursprünglich auch gedacht war.

Aber nun waren ja noch MISERY (www.myspace.com/miseryindex) an der Reihe. Die Reihen hatten sich jedoch sehr schnell nach JON OLIVIA'S PAIN gelichtet. Übrig blieben zum Auftritt nun noch ein Moshpit mit einer dünnen Randschicht. Jetzt durften sich die Core-Kiddies noch ein wenig austoben, ohne anderen damit auf den Sack zu gehen. Durch Jon Olivias musikalische Vorlage hatten MISERY INDEX einen schweren Stand. Die Motivation der Band schien auch nicht die Beste zu sein. Der Auftritt sah zu statisch aus. Der Fronter konnte die Menge kaum animieren. Alles in Allem sah es gezwungen aus.

Mein Fazit für das gesamte Festival fällt durchaus positiv aus. Mal abgesehen von ein paar technischen Mängeln.
Das Gelände ist wunderbar gewählt. Die Verpflegung war gut und preiswert und das Line-up ist mehr als gut für den kleinen Eintrittspreis.
Nur muss ich ehrlich sagen, die vier Strobos, die natürlich auch genau auf die Menge gerichtet waren, hätten nicht sein müssen. Aber vielleicht waren die als Strahlentherapie gegen den durch pink ausgelösten Augenkrebs gedacht. Augenzwinkern



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